Montag, 6. Oktober 2014

Vision


Wohin mit den Schwerkranken, Chronisch kranken Kindern und Jugendlichen, wenn sie mal mit ihren Eltern und Geschwistern Ferien machen wollen?

Normalerweise werden sie im Krankenhaus, Hospiz oder Zuhause betreut und gepflegt. Ich denke es sollte noch einen anderen Ort geben. Einen Ort, ähnlich wie ein Hospiz nur dass sich dort die Lebenden Kinder treffen statt die Sterbenden. Eine Heimat wo man zur Ruhe kommen kann... Ein Ort der Begegnung, der Inspiration und der Geborgenheit.

Diese Kinder und Jugendlichen sollten zusammen mit ihren Eltern und Familien gesehen werden, denn bei ihnen fühlen sie sich beschützt. Darum brauchen gerade die Angehörigen, insbesondere die Geschwisterkinder Unterstützung bei dieser nicht leichten Aufgabe.


Ich kenne ein Mädchen, 3 Jahre, das lebt seit 1 1/2 im Hospiz. Ich denke, es ist nicht wirklich der richtige Ort, sie lebt hier, weil sie Pflege braucht und weil man nicht weiß wohin.

Das Mädchen ist intelligent und neugierig. Sie fragt mich:" Kann Ihr Kind sprechen?" "nein", sage ich, "er schläft die ganze Zeit. " Sie hat dort keine Spielkameraden, denn selten sind die Kinder ansprechbar.

Die Mama von diesen Mädchen ist jeden Tag bei ihr." in einem Haus das eine tolle Atmosphäre hat, aber es ist auch ein Haus des Abschieds.

Vision
" dem Himmel verbunden - 
der Erde zugewandt" 



Ich kenne einen Ort
Es ist ein Paradies in Aufbruchstimmung
mit alten Baumbeständen.
Viel Grün mit unterschiedlichen Gärten
einem Kräutergarten
einem Gemüsegarten
einem Obstbaumgarten

Der Grundwasser- und Regenschluckbrunnen ist ca 300 Jahre alt.
Es ist eine mittelalterliche Klosteranlage.
inmitten von Wald, Wiesen und einem Endlosen Horizont
mit zwei christlichen Institutionen
mit zwei Kirchen ( die Seele wird heute in den Krankenhäusern viel zu sehr vernachlässigt! )
einem großen Teich
Häuser die auf Wiederbelebung warten

Es gibt hier eine freie Schule.
Und eine Pflegeeinrichtung für Behinderte.

Es gibt ein gutes Restaurant mit einer gesunden und guten Speisekarte. Es gibt z.b. Brenessel - Schnitzel,  Wildkrautersalat, Merettich - Suppe etc. Kein Wunder dass es kaum Plätze gab. Ein richtiger Geheimtip!

Mit der Regionalbahn braucht man ca 90 min, mit dem Auto von Berlin ca 60 min.


Dieser Ort ist der ideale Ort um der Natur nahe zu sein. Um Kraft zu tanken und Gesund zu werden. Die Entscheidung fürs Leben kann immer wieder Neu getroffen werden. Ich habe von einem Kind gehört, das kam zum Sterben ins Hospiz. Aber es ging ihm von Tag zu Tag besser, Schließlich wurde ein Szintigramm gemacht und es gab keine Spur von einer Krebszelle. Das ist zwar selten aber keineswegs ausgeschlossen!

In diesem Ort geht es um Neubesinnung. Keine Reha mit ihren Maßnahmen, sondern eher ein Sanatorium mit Naturheilkunde.
Dazu gehören die Sonne, das Licht, die Luft, die Bewegung, die Ruhe, die Nahrung, das Wasser, die Kälte, die Erde, die Atmung, die Gedanken, die Gefühle, die Willensvorgänge... im weiteren Sinne auch die natürlichen Arzneimittel vor allem Heilpflanzen und deren Zubereitungen.

Der Ort ist bereit, jetzt braucht es nur noch die Menschen die sich für diese Vision begeistern und mir helfen das Vermächtnis meines Sohnes umzusetzen.




Sonntag, 5. Oktober 2014

Vielleicht...



Manchmal sagte  Lao tiefe Weisheiten.

z.b.

 Vielleicht träumen wir Menschen nur, dass wir wach sind,
und wenn wir tod sind dann sind wir wirklich wach.

oder

Man muß jemand nicht mögen um jemand zu lieben.

oder

Eltern sind reich, nicht wenn sie viel Geld haben,
sondern wenn sie viele Samen haben .

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Gedenken

Februar 2014
 Ich bin von Euch gegangen,
nur für einen kurzen Augenblick
und gar nicht weit.

Wenn Ihr dahin kommt,
wohin ich gegangen bin,
werdet Ihr euch fragen,
warum Ihr geweint habt.

Ich bin in das Zimmer nebenan gegangen.
Das was ich für Euch war, bin ich immer noch.
Gebt mir den Namen, den Ihr mir gegeben habt.
Sprecht mit mir, wie Ihr es immer getan habt.
Gebraucht nich eine andere Redeweise,
     seid nicht feierlich oder traurig,
     lacht weiter über das,
     worüber wir gemeinsam gelacht haben
     Betet, lacht, denkt an mich,
    Warum soll ich nicht mehr in Euren Gedanken sein,
     nur weil ich aus Eurem Blickfeld bin?
     Ich bin nicht weit weg.
     Ich bin nur auf der anderen Seite des Weges.



Es tut so weh. Alle vermissen Dich so sehr...

Du hast einen großen Teil von uns, 
mit auf Deine Reise genommen.
Aber ein Teil von Dir, lebt auch weiter bei uns. 

Hoffentlich geht es Dir gut, da wo Du jetzt bist.... 





Dienstag, 23. September 2014

Sonntag, 21. September 2014

Abschied

Steh nicht an meinem Grab und weine
Ich bin nicht dort 
Ich schlafe nicht
Ich bin in den Tausend Winden
Ich bin der Diamant
der im Schnee glitzert.
Ich bin das Sonnenlicht 
über dem reifen Korn
Ich bin der sanfte Herbstregen
Wenn Du in der morgendlichen Stille erwachst.
Ich bin der Vogel
der sich schnell in die Lüfte erhebt.
und zwitschert.
Ich bin der Stern.
der in der Nacht scheint.
Steh nicht an meinem Grab und weine,
ich bin nicht dort, 
Ich bin nicht tot. 

Menschen die wir lieben bleiben für immer in unserem Herzen.

Dienstag, 16. September 2014

Ich bin am Leben



Das letzte Einhorn

Wenn der letzte Adler
über den letzten zerbröckelten Berg fliegt
und der letzte Löwe
an der staubigen Quelle brüllt

wird im Schatten des Waldes
ein altes erschöpftes Wesen
das alle ungläubig anstarren, auftauchen.
Es ist das letzte Einhorn

Wenn der erste Atem des Winters
über die Blumen eine eisige Glasur zieht
und im Norden
ein blasser Mond aufgeht

Und es so aussieht als würde alles Sterben
und die Welt zum Trauern verlassen,
dann wirst Du in der Entfernung den Ruf
des letzten Einhorns hören.

Ich bin am Leben, Ich bin am Leben...

Wenn der letzte Mond seine Schattierungen
über den letzten Stern vom Morgen wirft
und die Zukunft gegangen ist,
ohne eine letzte, verzweifelte Warnung

Dann schau in den Himmel,
wo die Wolken einen Weg formen werden.
Schau und sieh, wie es glänzt.
Es ist das letzte Einhorn!

Ich bin am Leben, Ich bin am Leben. ...

Lao,

Ich liebe Dich so sehr, 

Deine Lieblingskuscheltiere sitzen jetzt bei mir
Dein kleiner Hase. Dein Maulwurf, sie gehörten Dir
Ich kanns immer noch nicht fassen
und werde mich nie trennen von Deinen Sachen

Deine Stimme klingt mir noch im Ohr
Wie kann es sein, dass ich Dich verlor
Du warst mir immer so nah
Ach, Lao bist Du da? 

Oft denke ich, Du bist da
und manchmal denk ich, dass ich dich sah
ich spüre und ich fühle Dich, 
 ein wenig tröstet es mich 

Lao, 
wo Du auch bist 
Du bist mir nah, 
trotzdem 
ich vermisse dich,

Immer bist Du bei mir
wenn ich wach bin oder wenn ich träume
in den Dingen die ich sehe,
auf den Wegen die ich gehe







Freitag, 12. September 2014

72 Stunden

Unsere letzten 72 Stunden mit Lao.

Er liegt aufgebahrt in seinen Lieblingsklamotten in einem Abschiedsraum und jeder kann sich auf seine Weise von ihm verabschieden.
Wir sind Tag und Nacht bei ihm
und können es immer noch nicht glauben....
jeder denkt er schläft doch nur, sein Bauch hebt und senkt sich - aber es ist nur eine Illusion.




 Singen hilft etwas...
 viele Stunden bin ich
 bei ihm und
 singe












Hier im Hospiz Sonnenhof wird sehr viel für uns gemacht.
Es gibt viele Menschen die uns auffangen.

Swantje hilft uns mit vielen Gesprächen, sie gibt Trost, wo es eigentlich keinen Trost geben kann. Von ihr bekam ich eine wunderschöne Warmöl Massage. Es half ein bisschen von der Erstarrung loszukommen. Sie kümmerte sich um den unvermeidlichen Sarg. Hilft bei dessen Bemalung. Unter ihrer feinfühligen Anleitung entstehen schöne Dinge. Wie z. B. ein Teelichtglas fürs Hospiz und ein Lao Erinnerungs - Stein, der nun am Teich liegt, bei den anderen Sternenkindern.

Jutta, ist eine einfühlsame Traumatherapeutin.
 Bei ihr konnte ich den riesigen Schmerz abladen, durch reden und malen.

Ich lerne zu verstehen, dass es nur sein Körper ist, den wir verabschieden.
Seine Seele ist nicht tot sondern bei uns.

Trotzdem tritt langsam eine beängstingede Starre über mein Gesicht und meinen Körper...
Armin half, er sagte immer spüre es, nimm es an, das tat ich dann auch.
Ich musste dann heftig weinen und dann war es wieder besser.
Ausserdem gab er mir verschiedene Öle, die mir helfen sollen, die Zeit des Trauerns besser zu bewältigen. Peru - Balsam, Neruli und Java - Eisenkraut.

Dann gibt es noch die Sozialarbeiterin, die kümmert sich um alles bürokratische sowie auch um unbürokratisches, wie Telefonate mit schwierigen Menschen.

Alles wird einem abgenommen... selbst die Wäsche wird gewaschen und getrocknet.

Und die Köchin und die Hauswirtschafterin sind erst Perlen!
Sie bemühen sich sehr den Wünschen gerecht u werden und kochen nach Wunsch.